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        LEICHTES LIED

Du bleibst mir, und du schenkst die Freude mir
mit dem Schmerz, und deinen köstlichen Honig
mit der bitterherben Aloe.
Du bleibst mir, und das Licht, das deine Seele im Innern
schafft der unbeschreiblichen Finsternis
meines einsamen Ichs.

Ich rühme immer
dein gauklerisches Geschenk.

Du bleibst mir, un che helle Zauberei
deiner lachenden Augen: mit ihrem Zauber
belebst du meine Einsamkeit.

Du bleibst mir, un dein Lachen, dessen Arpeggio
mich trunken macht, und dein Schatz aus reinstem Gold,
der einsamen Seele Erquicken:

Den grauen Nebel
verklärt dein Geschenk

Du bleibst mir, und der Liebestrank, den dein brennender
fruchtiger Mund, umschattet, in meine fiebernden
ausgedörrten Lippen giesst.

Du bleibst mir, die unschuldsvoll Entflammte,
du bleibst mir, die Erfahrene, mit listigem
verfülirerischen Vorgehn:
Leben. Tod.
Was du willst.



León de Greiff
Übertragen von Erich Arendt (Sonntag-21, 23 Mai 1965) Berlin


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